Hochschulpolitik aktiv gestalten

Akademische und berufliche Bildung sind „gleichwertig“ aber nicht „gleichartig“!

Zur Gleichstellung von akademischer und beruflicher Bildung im Rahmen der Erstellung eines Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) für lebenslanges Lernen erklärt die Landesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Bayern, Carmen Langhanke:

„Der RCDS Bayern sieht bereits seit längerer Zeit den Trend einer Nivellierung der verschiedenen akademischen und beruflichen Abschlüsse und steht dieser Entwicklung sehr kritisch gegenüber. Die Gleichstellung von akademischer und beruflicher Bildung ist weder zielführend noch trägt sie auf lange Sicht zur Aufwertung der beruflichen und der Qualitätssicherung der akademischen Bildung bei.

Berufliche und akademische Bildung sind gleichwertig, aber nicht gleichartig. Die akademische Bildung unterscheidet sich grundlegend von der beruflichen Bildung in ihren Anforderungen. Der RCDS Bayern erkennt die enorme Bedeutung der beruflichen Bildung an und hält sie für einen wichtigen Bestandteil in unserer Bildungslandschaft. Allerdings steht die Andersartigkeit der beiden Bereiche einer Gleichbehandlung wie sie durch den DQR erfolgt ist, entgegen.

Deutschland verfügt im Vergleich zu anderen europäischen Ländern über eine erfolgreiche duale Bildung, die viele Berufsfelder abdeckt, die in anderen Ländern studierbar sind. Die Gleichstellung mag auf kurze Sicht die berufliche Bildung aufwerten. Auf lange Sicht ist jedoch ein Qualitätsverlust zu befürchten. Gehen die Spezifika und die jeweiligen Vorteile verloren, droht der Verlust der Qualität in der Breite.

Bei der Einordnung der allgemeinbildenden Abschlüsse konnte bisher jedoch keine Einigung erzielt werden. Der RCDS Bayern fordert den Abschluss des Abiturs als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung auf Stufe 5 des Qualifikationsrahmens anzusetzen. Der Erwerb des Abiturs bescheinigt dem Einzelnen kognitive, affektive und prozedurale Kompetenzen. Der Meister berechtigt wie das Abitur zum Hochschulzugang, es ist also nur folgerichtig, ihn auch auf Stufe 5 einzuordnen.“